"Versorgen nicht nur blutende Wunden"
Die vielfältigen
Aufgaben des
Deutschen Roten Kreuzes in Gerlingen
Ein Moment
der Unaufmerksamkeit und der Einsatz des Deutschen Roten Kreuzes
Ortsverein
Gerlingen ist notwendig. Es muss versorgt, geholfen und die
langwierigen
Minuten überbrückt werden, bis der Rettungsdienst
eintrifft.
Anna Zucht
Bereits 1933
haben sich rund 40 für den Militärdienst ausgebildete
Sanitäter aus Gerlingen,
Ditzingen und Münchingen zusammengetan, um den in Not
geratenen Menschen zu
helfen. "Das Ganze hieß Sanitätskolonne und hatte
ihren Stammsitz in
Ditzingen", erzählt Günther Lang, der erste
Vorsitzende des DRK Ortsverein
Gerlingen. 1945/46 wurde diese Organisation in Deutsches Rotes Kreuz
umbenannt.
"In dieser Zeit entstand auch der Ortsverein Gerlingen", so Lang.
An den
Aufgaben des DRK hat sich seit dieser Zeit kaum etwas
verändert. "In
erster Linie sind wir für den Sanitätsdienst bei
Vereinen, der Stadt und bei
Veranstaltungen zuständig", erklärt Lang. Neben dem
wichtigen
Blutspendendienst, betreut das DRK seit dreizehn Jahren eine
Kleiderkammer und
hilft in den Pflegeheimen, indem es dort Krankenbesuche macht und
samstags das
Rotkreuzcafé im Breitwiesenhaus anbietet.
Doch die
Helfer beschränken ihr Handeln nicht nur auf die Stadt
Gerlingen. "Wir
waren in einem Kinderheim in Bulgarien und haben dort die
sanitären
Einrichtungen finanziert und unterhalten eine Partnerschaft mit dem
Rotkreuz in
Tata (Ungarn). Dort richten wir jedes Jahr eine Sommerfreizeit
für die ärmsten
Kinder aus", erzählt der erste Vorsitzende. Ein Patenkind in
Ghana wird
ebenfalls von dem DRK unterstützt. "Wir versorgen nicht immer
nur blutende
Wunden", scherzt Lang.
Sollte doch
etwas in der Stadt passieren, dann werden die rund 40 Mitglieder von
der Freiwilligen
Feuerwehr Gerlingen alarmiert und die Sanitäter gehen mit, um
nach den
Betroffenen zu schauen und die Feuerwehrleute abzusichern. Bis zu 30
solche
Einsätze haben sie im Jahr, bei denen sie nun mit maximal vier
Fahrzeugen
anrücken können. Besonders stolz sind sie auf das
neue Rettungsauto, auf das
eine Weile gespart wurde.
"Vor
Ort versorgen wir die Verletzten und übergeben sie dann an den
Rettungsdienst.
Mit dem Rettungsauto können wir die Person während
der Wartezeit ins Warme
reinlegen", freut sich Günther Lang.
Mit ihrem Einsatz bei Veranstaltungen kommen sie
auf 200 Einsätze im Jahr, wenn es wieder heißt 180
Feldbetten für die Gäste
aufzubauen. "Wir haben über 100 Vereine in Gerlingen, so dass
jedes
Wochenende etwas los ist und wir immer vor Ort sind", sagt Lang.
Apropos
Sport, das DRK bietet selbst eine Tanz- und sechs Bewegungsgruppen an,
die von
den Gerlingern gerne besucht werden. Eine Yoga- und
Gedächtnistrainingsgruppe
sei ebenfalls im Aufbau, verrät der erste Vorsitzende.


